weißes Isländpferd steht vor einer Mauer und blickt aufs Meer

Trauma-Arbeit

„Jede Neurose beginnt mit einem zusammengekniffenen Hintern“, sagt Selina Dörling.
Der Mensch kneift die Pobacken zusammen, das Pferd klemmt den Schweif ein.
Der Sitz der Lebendigkeit ist im Becken, dort befinden sich die Geschlechtsorgane und der Motor des Pferdes. Aus dem Becken kommen Sicherheit, Stabilität und Kraft.
Mit einem zusammengekniffenen Hintern kann es nicht aktiv nach vorne gehen, es herrscht Erstarrung statt Lebendigkeit.


Ist diese Erstarrung Folge eines traumatischen Schocks, dann sitzt die Schockenergie noch in den Zellen und sorgt für eine Dysfunktion. Nichts geht mehr.
Nach Franz Ruppert sind körperliche Symptome oft Trauma-Erinnerungen. Er sagt: Der Weg heraus führt über die Anerkennung der eigenen Opferhaltung, ohne Wertung oder Verurteilung: Es geht um das Sehen, das Anerkennen des Schmerzes, der Verletzung, egal wie alt sie ist, wie groß oder wie klein.
Heilung gelingt nur durch Mitgefühl.


S.W. Porges erklärt das mit dem Window of Tolerance unseres Nervensystems: Funktioniert die Selbstregulation unseres Körpers, fühlen wir uns sicher. Alles arbeitet gesunderhaltend, ist lebendig im Fluss, geschmeidig und beweglich. Traumatische Ereignisse bringen uns außerhalb dieser Toleranz und in die Erstarrung.


Auch das Pferd wird dann zum Häschen vor der Schlange. Begleiten wir es nicht mitfühlend raus aus der Erstarrung, zieht es sich zurück und verliert alle Lebendigkeit und Lebensfreude. Der Körper geht in den reinen Überlebensmodus.


Stress und traumatische Ereignisse können gravierende Beschwerden auslösen.
Ich weiß selbst um die Verletzungen und Schmerzen, die ein Trauma verursachen kann. Ein einzelner Schock kann Körper und Seele aus dem Takt bringen. Pferde können diese Dysbalance über Jahre ausgleichen und immer neue Strategien entwickeln, um Schmerzen zu ertragen. Aber das sollte nicht sein: Wir können die Dysbalance ausgleichen und heilen.


Das Pferd braucht ein geschultes Gegenüber auf Augenhöhe, das ihm den Weg aus der Erstarrung zeigt. Wenn das Pferd erlebt, dass der Schmerz gesehen wird, wenn er gefühlt werden darf, kann sich wieder etwas im Körper transformieren. Das Pferd kann wieder atmen. Das Blut bringt den Sauerstoff in alle Zellen. Die Organe können wieder besser arbeiten. Verhärtete Strukturen werden wieder weich. Erstarrtes kommt wieder in Bewegung. Was abgespalten war, wird integriert.
Sehen – fühlen ¬– integrieren.

Mehr zur Pferdeosteopathie findest du hier: https://katharina-brauer.de/#osteopathie

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